Schenken und Erben frühzeitig planen: Was Unternehmer und Gutverdiener wissen müssen

4. März 2026
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Viele Menschen schieben das Thema Schenken und Erben vor sich her. „Das hat noch Zeit.“ Doch gerade für gutverdienende Privatpersonen und Unternehmer kann eine fehlende Planung teuer werden – finanziell und familiär.
Dieser Ratgeber erklärt Ihnen die wichtigsten Grundlagen und zeigt Strategien, wie Sie Ihren Nachlass sinnvoll vorbereiten können.


1. Warum Schenken und Erben kein Thema für später ist

Eine Erbschaft betrifft:

  • Familie
  • Vermögen
  • Immobilien
  • Unternehmen
  • Steuern

Ohne klare Regelung entstehen schnell Konflikte, hohe Steuerlasten oder ein unvollständiger Nachlass.

Für Unternehmer und Gutverdiener ist das Risiko besonders hoch, weil Vermögen oft aus Immobilien, Firmenanteilen und langfristigen Anlagen besteht.


2. Grundlagen: Erbschaftssteuer & Nachlass in Deutschland

Freibeträge (Auswahl) 

Freibeträge bestimmen, wie viel vererbt werden kann, ohne dass Erbschaftssteuer anfällt:

  • Ehepartner: 500.000 €
  • Kinder: 400.000 €
  • Enkel: 200.000 €
  • Andere Personen: 20.000 €

​​Alles, was darüber liegt, wird besteuert.
Die Steuersätze steigen mit der Höhe des Erbes.

Eine ausführliche Übersicht finden Sie z.B. auf der Seite des Bundesfinanzministeriums

Steuersätze

Je nach Verwandtschaftsgrad zwischen 7 % und 50 %.
Infos dazu finden Sie unter anderem bei Wikipedia/Stichwort „Erbschaftsteuer Deutschland“.

Typisch für Unternehmer und Gutverdiener

Eine Schenkung oder Erbschaft umfasst häufig:

  • Immobilien
  • Unternehmensanteile
  • Kapitalvermögen
  • Lebensversicherungen
  • Wertgegenstände

Einfluss auf Immobilien- und Unternehmensvermögen

Besonders kritisch wird es, wenn Vermögen nicht liquide ist.

Beispiele:

  • Mehrere vermietete Immobilien
  • Beteiligungen an einem Unternehmen
  • Betriebsvermögen ohne ausreichende Rücklagen

Die Steuer muss oft in Geld bezahlt werden – auch wenn das Vermögen aus Sachwerten besteht.


3. Typische Probleme ohne Planung

1. Steuerlast

Hohe Werte führen zu hoher Steuer – oft ohne Liquidität, um diese zu zahlen.

2. Streitfälle in der Familie

Ohne klare Regelung kommt es schnell zu Konflikten zwischen Erben.

3. Liquiditätsengpässe

Beispiel:
Eine Immobilie wird vererbt, aber die Erben können die Steuer nicht zahlen → Notverkauf.

4. Unklare Unternehmensnachfolge

Wenn der Unternehmer verstirbt, ohne einen Plan zu haben, drohen:

  • Stillstand im Betrieb
  • Blockaden durch Erbengemeinschaften
  • Wertverlust

5. Vermögen bleibt ungenutzt

Viele Erben wissen nicht, was zum Nachlass gehört.


4. Strategien zur Vermögens- und Nachlassplanung

Testament

Ein Testament regelt klar, wer was erhält.
Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge – oft nicht im Sinne des Erblassers.

Schenkung

Eine Schenkung kann zu Lebzeiten Steuern sparen.
Freibeträge lassen sich alle 10 Jahre erneut nutzen.

Vorweggenommene Erbfolge

Besonders sinnvoll bei Immobilien und Unternehmensanteilen.

Steueroptimierung: Frühzeitig handeln

  • Freibeträge nutzen
  • Werte schrittweise übertragen
  • Vermögen verständlich dokumentieren
  • Liquidität sicherstellen

Vermögensstruktur

Wichtig ist ein ausgewogener Mix aus:

  • Liquidem Vermögen
  • Immobilien
  • Unternehmenswert
  • Vorsorgeprodukten

5. Unternehmerthema: Familienunternehmen und Erbschaft

Für Unternehmer gilt: Nachfolgeplanung ist nicht optional.

Optionen für die Nachfolge

  • Operative Übergabe
  • Stille Beteiligung
  • Teilübertragung
  • Verkauf an Familienmitglieder zu vergünstigten Bedingungen

Besonderheiten bei Immobilien- und Betriebsvermögen

Betriebsvermögen wird steuerlich begünstigt.
Immobilien müssen bewertet werden → Grundlage der Steuer.


6. Praxisbeispiele

Beispiel 1: Gutverdiener mit Immobilienportfolio

Frau K. besitzt vier Wohnungen und 200.000 € Kapital.
Zwei Kinder → Freibeträge: 800.000 €
Durch geschickte Planung über Schenkung in zwei Schritten → steuerfrei.


Beispiel 2: Unternehmer mit Betriebsübertragung

Herr L. übergibt sein Unternehmen an seine Tochter.
Regelung über vorweggenommene Erbfolge → Steuerreduzierung.
Vermögensmix wird so gestaltet, dass genug Liquidität besteht.


7. Checkliste für die Erbschaftsplanung

  1. Wer soll was übernehmen?
  2. Wann soll Vermögen übertragen werden?
  3. Welche Steuern fallen an?
  4. Wie bleibt genug Liquidität erhalten?
  5. Wie wird Unternehmensvermögen bewertet?
  6. Gibt es Streitpotenzial?
  7. Wie ist der langfristige Plan für Immobilien?

Fazit & Ausblick

Schenken und Erben zu planen  bedeutet nicht, sich mit unangenehmen Themen zu beschäftigen, sondern Verantwortung zu übernehmen – für Familie, Vermögen und unternehmerische Zukunft.

Wer früh plant, spart Steuern, verhindert Konflikte und schafft Klarheit für alle Beteiligten.

Empfehlung:
Beziehen Sie frühzeitig Experten ein – Notar, Steuerberater, Immobilienprofi und Ruhestandsplaner/Finanzberater. Nur so entsteht eine Strategie, die juristisch sauber, steuerlich optimiert und für Ihre persönliche Situation geeignet ist.

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Achtung, dies ist keine Steuerberatung, keine Rechtsberatung und die Vollständigkeit ist nicht gewährleistet.


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